DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Bischofsheim e.V.
DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Bischofsheim e.V.

Tag der offenen Moschee

Tag der offenen Moschee

Jedes Jahr findet die bundesweite Initiative "Tag der offenen Moschee" der Moscheegemeinden statt. An diesem Tag sind alle Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, die Moscheen vor Ort zu besuchen, mit den muslimischen Nachbarn in Kontakt zu treten, ihre Fragen zum Islam zu stellen und den gemeinsamen Dialog zu gestalten.

Inhalt
I Einleitung
    1. Ziele des Tages der offenen Moschee
    2. Zum Motto des Tages der offenen Moschee 2011
II. Das Leben Muhammads (saw) III. Koran, Sunna und Hadith
    1. Koran und Sunna – Die Quellen des Islams
    2. Die Sunna im Alltag
IV. Die Sunna des Propheten im täglichen Leben
    1. Barmherzigkeit
    2. Absicht und Handlung
    3. Verantwortlichkeit
    4. Dschihad
    5. Takwâ
    6. Umwelt
    7. Arbeit
    8. Familie
    9. Respekt vor dem Alter
    10. Krankenbesuche
X. Schluss

I. Einleitung

1. Ziele des Tages der offenen Moschee

Der Tag der offenen Moschee (TOM) wird von den islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland seit 1997 jedes Jahr bundesweit am 3. Oktober veranstaltet. An diesem Tag bieten mehr als tausend Moscheen Führungen, Vorträge, Ausstellungen, Informationsmaterialien und Begegnungsmöglichkeiten an. Diese Angebote werden jedes Jahr von mehr als hunderttausend Besuchern verschiedenen Alters, Nationalität und Religion wahrgenommen. Seit 2007 wird der Tag der Offenen Moschee unter dem Schirm des Koordinationsrats der Muslime (KRM)1und mit je einem neuen Motto organisiert.2So lauteten die Mottos der vergangenen Jahre „Moscheen - Brücken für eine gemeinsame Zukunft“ (2007), „Moscheen - Orte der Besinnung und des Feierns“ (2008), „Moscheen - Ein fester Teil der Gesellschaft. 60 Jahre Bundesrepublik und ihre
Muslime“ (2009) und „Der Koran - 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben“ (2010). Durch diese Themenschwerpunkte soll das Potenzial und das Selbstverständnis der Muslime in Deutschland hervorgehoben werden. Dem steigenden Interesse am Islam und den Muslimen, aber auch dem in vielen Bereichen der Gesellschaft vorhandene Misstrauen, begegnen die Muslime mit einer offenen Moscheegemeinde. Dabei werden den Besuchern vor allem Möglichkeit des persönlichen Kontakts zu Muslimen und ein Einblick in das Gemeindeleben gegeben.

 
Das allgemein verzerrte Bild des Islams kann man oftmals nur auf dieser persönlichen Ebene ein Stück weit korrigieren. Demgemäß ist eines der wichtigsten Ziele des Tages der offenen Moschee die Vermittlung grundlegender Kenntnisse über den Islam. Denn aufgrund der meist unzureichenden Informationen in den Medien und so mancher meist kulturell bedingter Vorurteile herrscht ein großer Informationsbedarf. Die authentische Wiedergabe der Religion kann Vertrauen zwischen den Menschen herstellen. Mehr als die theologisch fundierte Diskussion steht hierbei jedoch das gegenseitige Kennenlernen und eine daraus resultierende Veränderung der Wahrnehmung des Anderen im Vordergrund.


Ein weiteres Ziel des TOM ist es, den dauerhaften Dialog zwischen Menschen verschiedener Religion, Kultur und Herkunft aufrechtzuerhalten. Dieser beginnt mit der einfachen Begegnung und kann bis hin zu einem fruchtbaren praktischen Dialog im Leben führen.

Eine weitere Perspektive für den Tag der offenen Moschee ist die der Partizipation. Die Gemeindemitglieder bringen sich mit einer solchen Veranstaltung in die Gesellschaft ein und knüpfen Kontakte zu Mitgliedern anderer gesellschaftlicher Gruppen. Dies stellt einen weiteren Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Zusammenleben dar, die zu Anerkennung führt. Viele Menschen in Deutschland (selbst manche Muslime) haben keine Vorstellungen von den unverzichtbaren Beiträgen einer Moscheegemeinde für die Gesamtgesellschaft. Die Aktivitäten der Gemeinde sind für viele nicht auf Anhieb sichtbar. Je mehr sich die Gemeinden nach „Außen“ präsentieren, desto mehr wird die Gemeindearbeit erkannt, anerkannt und gewürdigt.


2. Zum Motto des Tages der offenen Moschee 2011

Mit dem Motto „Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit“ soll beim diesjährigen Tag der offenen Moschee der Prophet Muhammad (saw) als Vermittler der Botschaft Gottes und Vorbild für die Menschen in den Blickpunkt gerückt werden. Im Ramadan, der auch in diesem Jahr vor dem Tag der offenen Moschee liegt, wurden dem Propheten Muhammad (saw)3 – und somit der gesamten Menschheit – die ersten Verse des Korans offenbart. In den darauffolgenden Jahrzehnten hat der Gesandte Allahs seinen Gefährten (Pl. Ashâb) und allen anderen Menschen die Botschaft des Korans übermittelt. Er hat es aber nicht dabei belassen, sondern die Botschaft, die er vermittelt hat, auch selbst gelebt. Der Koran beschreibt ihn als „ein gutes Vorbild“ (Sure Ahzâb, [33:21]) und als „Barmherzigkeit für alle Welt“ (Sure Anbiyâ, [21:107]). Für Muslime verkörpert der Prophet Muhammad (saw) deshalb das beste Beispiel eines aufrichtigen, gerechten und barmherzigen Menschen.

In diesem Sinne soll das Leben des Gesandten Muhammad (saw) geschildert werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Handeln des Propheten, welches von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit (Adl) geleitet ist. Um dies zu verdeutlichen werden jeweils Aussprüche Muhammads (saw), sogenannte Hadithe, herangezogen und erläutert. Zuvor wird erklärt, was ein Hadith ist und weshalb die Sunna, die Praxis des Propheten, eine bedeutende Stellung im Islam und somit im alltäglichen Leben der Muslime hat.

II. Das Leben Muhammads (saw)

Muhammad (saw) wurde um 570 n. Chr. in Mekka als jüngstes Mitglied einer Großfamilie geboren. Seine Sippe, die Banu Hâschim, gehörten zum Stamm der Quraisch. Dieser Stamm genoss Ruhm und Respekt und war überregional bedeutsam, da er wichtige religiöse und gesellschaftliche Funktionen innehatte. Muhammads (saw) Vater Abdullâh war kurz vor dessen Geburt verstorben. Seine Mutter Âmina starb, als er sechs Jahre alt war, so dass er erst unter der Obhut seines Großvaters Abd al-Muttalib und nach dessen Tod bei seinem Onkel Abû Talib aufwuchs.

Von seiner Kindheit ist nicht viel bekannt, weshalb anzunehmen ist, dass er eine einfache, dem Stammesleben entsprechende Kindheit erlebte. Eines geht aus den Quellen jedoch deutlich hervor. Es wird überliefert, dass er trotz des blühenden Götzendienstes in seiner Heimatstadt Mekka, kein Götzenanbeter (Muschrik) war, sondern ein Hanîf, ein Monotheist, der der Religion des Propheten Abraham (as)4 folgte. Ferner weiß man, dass er in der Obhut seines Onkels den Beruf des Kaufmanns erlernte. Später, mit ca. 25 Jahren, trug ihm die Geschäftsfrau Chadîdscha (ra)5 , für die er Handel trieb, ihren Ehewunsch an. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne und vier Töchter hervor.

Im Alter von ca. 40 Jahren wurden Muhammad (saw) die ersten Koranverse herabgesandt. In den Jahren vor der Herabsendung (Wahy) der ersten Koranverse hatte es sich Muhammad (saw) zur Gewohnheit gemacht, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen. So konnte er ungestört seines Schöpfers gedenken.

Eines Nachts im Jahre 610 n. Chr. im Monat Ramadan, als er sich wieder einmal in der Höhle Hira bei Mekka befand, war es so weit. Dort erschien ihm der Engel Gabriel (as) (Dschibrîl). Dieser wies Muhammad (saw) an zu lesen: „Ikra!“ (Lies!). Er entgegnete ihm aber: „Ich kann nicht lesen.“ Der Prophet erzählt dieses Ereignis wie folgt: „Der Engel ergriff mich und drückte mich so fest, dass ich es nicht mehr ertragen konnte. Dann ließ er mich los und befahl mir, wieder zu lesen, und ich antwortete: ‚Ich kann nicht lesen.‘ Darauf ergriff er mich wieder und drückte mich ein zweites Mal, bis ich es nicht mehr ertragen konnte. Darauf ließ er mich los und befahl mir wieder zu lesen, aber ich antwortete wieder: ‚Ich kann nicht lesen‘ (oder: was soll ich lesen?). Darauf ergriff er mich zum dritten Mal und drückte mich und sagte: ‚Lies im Namen deines Herrn, der erschuf – Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. Lies! Denn dein Herr ist gütig, der durch die (Schreib-) Feder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.‘ (Sure Alak, [96:1-5])“ (Buchârî)

Die 12 Jahre, die er nach dem Beginn seiner Prophetenschaft in Mekka verbrachte, sind geprägt von der Auseinandersetzung mit den Mekkanern. Das waren diejenigen, die von Ignoranz seiner Person und Boykott seiner Sippe, bis hin zu Mordversuchen, alles unternahmen, um ihn an der Verbreitung von Gottes Botschaft zu hindern. Schließlich kritisierte er den Polytheismus (Schirk), wandte sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit (Zulm) und setzte sich für die Unterdrückten (Mazlûm) der Gesellschaft ein. Somit stellte er sich gegen den verfälschten Glauben und das ungerechte Treiben der Mekkaner. Die mekkanische Zeit wird in drei Perioden eingeteilt:

Die anfangs verdeckte und vorsichtige Verkündigung der herabgesandten Verse im engsten Bekanntenkreis des Propheten. Danach die verbale Verkündigung an die gesamte mekkanische Öffentlichkeit. Die Reaktion darauf war eine mit der Zeit zunehmende, erst verbale, dann physische Gewalt der Mekkaner, die an den Göttern ihrer Vorfahren festhalten wollten. Aufgrund der zunehmenden Unterdrückung der ersten Muslime, wanderten die schwächeren unter ihnen nach Abessinien aus, wo sie vom christlichen Herrscher Schutz erhielten.

Als sein einflussreicher Onkel Abû Talib starb und er somit den Schutz seiner Sippe verlor, luden ihn die Stämme Chazradsch und Aws, welche zuvor den Islam angenommen hatten, nach Yathrib (Medina) ein. Dort sollte Muhammad (saw) als stammesfremde und unparteiische Autorität die Konflikte zwischen den verfeindeten Stämmen schlichten. Die mekkanischen Muslime entschlossen sich nach Jahren der Unterdrückung durch ihre polytheistische Umgebung, im Jahre 622 n. Chr. zur Auswanderung nach Medina. Dort wurden sie als Muhâdschirûn (Pl. Auswanderer) von den medinensischen Ansâr (Helfer) empfangen. Der Gesandte Allahs stiftete eine solch geschwisterliche Beziehung zwischen diesen beiden muslimischen Gruppen, wie sie kaum in der Geschichte gesehen wurde. Hier in Medina schloss der Prophet ebenso den „Gemeindevertrag von Medina“, wobei anfangs die Juden und Muslime eine „Umma“ (Gemeinschaft) bildeten – mit gleichen Rechten und mit gleichen Pflichten. Außerdem ist diese Zeit gekennzeichnet durch ständige Verteidigungskriege gegen die Mekkaner und ihre Verbündeten. Die Zeit der Kriege endete mit der Kapitulation der
Mekkaner und der friedlichen Einnahme Mekkas durch die Muslime im Jahre 630 n. Chr. Zwei Jahre später starb der Prophet in Medina, wo er in der Prophetenmoschee (Masdschid an-Nabawî) beigesetzt wurde.

III. Koran, Sunna und Hadith

1. Koran und Sunna – Die Quellen des Islams

Der Prophet gilt weder als „Mittler“ zwischen den Menschen und Gott noch als „Religionsstifter“. Als solcher gilt nur Gott allein. Muhammad (saw) ist aber der letzte „Rasûl“ (Gesandter) Gottes und das „Siegel der Propheten“ (Sure Rûm, [33:40]). Er hinterließ den Menschen keine materiellen Güter, sondern den Koran und seine Sunna.

„Koran“ bedeutet „Lesung“ oder das „das Vorgetragene“. Er ist dem Propheten Muhammad (saw) in arabischer Sprache herabgesandt worden und gilt als „Wort Gottes“ (Kalâmullâh). Er enthält 114 Kapitel (Suren), über 6200 Verse und ist dem Propheten ab 610 n. Chr., teils in Mekka (etwa 12,5 Jahre), teils in Medina (etwa 10,5 Jahre) herabgesandt worden. Die Herabsendung umfasst somit einen Zeitraum von 23 Jahren, wobei die Verse je nach Anlass nach und nach offenbart wurden.


Die Sunna des Propheten, die sich in der Gesamtheit der überlieferten Hadithe widerspiegelt, ist die zweite Quelle des Islams, aus ihr schöpft er sein Selbstverständnis. Im Unterschied zum Koran, dessen Authentizität gesichert ist, führte die Frage der Authentizität der einzelnen Hadithe im Laufe der folgenden Jahrhunderte dazu, dass sich eine eigene Wissenschaft zu diesem Bereich herausbildete. Diese Wissenschaft hat sich zum Ziel erklärt, die einzelnen Hadithe nach ihrer Verlässlichkeit hin zu überprüfen und sie dementsprechend zu klassifizieren. So entstanden umfassende Hadithwerke, wie die „Kutub as-Sitta“ („Sechs Bücher“), ein Kompendium der sechs bekanntesten
Hadithsammlungen.

Koran und Sunna des Propheten sind die zwei wichtigsten Hauptquellen des Islams. An ihnen orientieren sich die Muslime in ihrem Denken und Handeln. Der Koran und die Sunna bilden die Grundlage zahlreicher Wissensbereiche wie der islamischen Theologie (Kalâm), der Ethik (Achlâk), der Gottesdienste (Pl. Ibâdât) usw. Die zweite Quelle, die Sunna, unterstreicht dabei entweder einen bestimmten Vers im Koran oder beschreibt und erklärt Aussagen, die im Koran ohne nähere Beschreibung gemacht werden bzw. spezifiziert eine koranische allgemeine Stelle. Es sind z. B. viele „Details“ der Gottesdienste nur in der Sunna wiederzufinden. So ist etwa der genaue Ablauf des Gebets (Salâh) oder die dafür notwendige Waschung (Wudû) erst mit dem Beispiel des Propheten umfassend überliefert worden.

2. Die Sunna im Alltag

Die Lebensweise des Propheten kann insofern als die praktische Form der koranischen Lehre betrachtet werden. Gott verweist im Koran selbst auf die Vorbildhaftigkeit des Propheten und ruft mehrmals dazu auf, dem Propheten Folge zu leisten. In einem Vers heißt es: „Was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch.“ (Sure Haschr, [59:7]) Ein anderer Vers lautet wie folgt: „Wenn ihr miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ (Sure Nisâ, [4:59])

Wie aus diesen Versen hervorgeht, wird die Handlungsweise des Propheten in allen Situationen als ein Maßstab betrachtet. Daraus folgt: Wer dem Propheten folgt, der folgt auch Allah. Dies zeigt sich unter anderem in folgendem Vers: „Sag: Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten. Doch wenn ihr euch abkehrt, dann obliegt ihm nur das, was ihm auferlegt ist, und euch obliegt, was euch auferlegt ist. Wenn ihr ihm (aber) gehorcht, seid ihr rechtgeleitet. Und dem Gesandten obliegt nur die deutliche Übermittlung (der Botschaft).“ (Sure Nûr, [24:54])

Diese Verse des Korans sind nur einige Beispiele für die Stellung des Propheten und seiner Sunna. Aufgrund des Vorbildcharakters des Propheten hat seine Sunna eine große Bedeutung für das alltägliche Leben der Muslime. Ihm zu folgen bedeutet, dem Koran zu folgen.

Durch diese herausragende Stellung des Gesandten Allahs war seine Persönlichkeit jeher Gegenstand von Nachahmung und diente als Maßstab für das eigene Leben. Es ist nur natürlich, wenn die Muslime darauf bedacht sind, soviel wie nur möglich über das Leben ihres Propheten zu erfahren, dies umzusetzen und das Wissen schließlich an andere weiterzugeben.

IV. Die Sunna des Propheten im täglichen Leben

Die Bedeutung des Propheten als Vermittler des Korans und als Vorbild ermöglichen es, sich ihn in jedem Bereich des Lebens zum Beispiel zu nehmen. Die enormen Bemühungen vieler Gelehrter, die Sunna des Propheten bis ins Detail festzuhalten und zu überliefern, ist eine Folge davon.

So ist der Gesandte Allahs auch für heutige Muslime überall auf der Welt ein Vorbild, dem es zu folgen gilt. Um dies zu verdeutlichen, sollen im Folgenden lediglich einige wenige Hadithe zitiert und kurz kommentiert werden. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Muslime den Propheten verstehen und folglich als Referenz für ihr eigenes Handeln und Denken wahrnehmen.

1. Barmherzigkeit

„Allah wird sich desjenigen nicht erbarmen, bei dem die Menschen kein Erbarmen finden.” (Buchârî)

Das arabische Wort „Rahma”, welches üblicherweise mit „Barmherzigkeit“ übersetzt wird, kann auch „Zuneigung”, „Wohlwollen”, „Sanftmut” und „Aufmerksamkeit” bedeuten. „Rahma” erscheint im Koran sehr oft. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit des Begriffs. Auch Überlieferungen, wie der oben genannte Hadith, zeigen die Bedeutung von „Barmherzigkeit” und „Fürsorge” im Islam.

So wie jede Sure des Korans mit der Basmala („Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“) beginnt, so sollte auch jede Handlung des Muslims mit dieser Formel beginnen. Dies ist ein Zeichen für die allumfassende Barmherzigkeit Gottes. Man bedenke: Unter den 99 schönen Namen (Asmâul Husna) Gottes sollen gerade diese Namen und Attribute Gottes im Alltag verwendet werden.

 
Barmherzigkeit ist mehr als Liebe, denn Liebe steht oft mit Emotionalität in Verbindung. Barmherzigkeit allerdings verbindet Emotionalität mit dem Verstand. Barmherzigkeit ist kein vergängliches Gefühl. Vielmehr muss sie als die Gesamtheit der oben genannten Eigenschaften, also Wohlwollen, Sanftmut, Zuneigung und Aufmerksamkeit, betrachtet werden. Dies macht Barmherzigkeit aus.
Das Empfinden von Fürsorge und Barmherzigkeit liegt in der Natur (Fitra) des Menschen. Mit diesem Gefühl versorgt die Mutter ihr Kind. Fremde Menschen helfen sich gegenseitig, aus Barmherzigkeit, ohne daraus einen Nutzen zu ziehen. Auch in die Ehe setzt Gott Liebe und Barmherzigkeit. Und für dieses natürliche Empfinden wird der Mensch sogar von ihm belohnt.


Anders verhält es sich mit Menschen, die ihrer Natur zuwider handeln und anderen Menschen gegenüber keine Barmherzigkeit empfinden. Das bedeutet, dass Menschen, bei denen man kein Erbarmen findet, selbst auch nicht die Barmherzigkeit Gottes erwarten dürfen.

2. Absicht und Handlung

„Allah achtet nicht auf euer Äußeres noch auf euren Reichtum, sondern auf eure Herzen und eure Taten.“ (Muslim)

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen in einer Gesellschaft respektiert werden, Ansehen genießen und viele Dinge, die sie zu Stolz verleiten. Manche Menschen sind von besonderer äußerer Schönheit, haben etwa eine besondere Statur oder Ausstrahlung. Andere erlangen ihr Ansehen aufgrund ihres Reichtums, prachtvoller Häuser, Autos und teurer Kleidung.

Doch obwohl all diese Dinge ausnahmslos vergänglich sind, legen die Menschen sehr viel Wert auf diese Oberflächlichkeiten.

Oft be- und verurteilen Menschen sich nach diesen Maßstäben gegenseitig. Bei Gott hingegen, dem wir all diese uns anvertrauten Güter verdanken, haben sie keinen Wert. Er schaut viel mehr darauf, ob seine Geschöpfe mit seinen Gaben verantwortungsbewusst umgehen.

Allah beurteilt die Menschen gemäß ihrem Glauben, Charakter, Gedanken – kurz: ihrem Herzen – und ihren Taten. Ist der Mensch wohlwollend, Frieden stiftend und bescheiden? Strebt er nach Tugenden oder eher nach Lastern? Und handelt er dementsprechend? Das heißt, ausnahmslos jeder Mensch – gleichgültig, wie er aussieht und welchem sozialen Milieu er angehört – bekommt die Möglichkeit, in das Paradies einzutreten, solange er sein Leben seinem Schöpfer widmet.

Vor Gott sind alle Menschen gleich und jeder kann gleichermaßen – unabhängig von Äußerlichkeiten – Gottes Wohlwollen erlangen. Der Reiche und Angesehene hat keinen Vorteil gegenüber dem Armen. Ist es nicht erleichternd zu wissen, dass Gott, der Gerechte, alle Menschen gleich behandelt?

3. Verantwortlichkeit

„Der Beste unter den Menschen ist derjenige, der seinen Mitmenschen am nützlichsten ist.“ (Dschâmius Saîr)

Doch wie ist man seinen Mitmenschen am nützlichsten? Was macht Nützlichkeit aus? Nützlichkeit beginnt zunächst mit den Dingen im Leben, für die man Verantwortung trägt. Jeder Mensch hat mehrere Aufgabenbereiche im Leben. Man ist ein Familienmitglied, Sohn oder Tochter, ein Elternteil, hat mehrere Rollen in der Verwandtschaftsbande, ist Nachbar, Freund oder Freundin. Zudem bekleidet man auch öffentliche Rollen in der Schule, an der Universität oder am Arbeitsplatz, in Vereinen usw.
Der Prophet beschreibt den Menschen, der seinen Aufgaben gerecht wird, wie folgt: „Allah liebt es, wenn sein Diener, dass was er tut gewissenvoll und richtig erledigt.“ (Bayhâkî)

Dabei sind alle Arbeiten gemeint, die im Rahmen des Erlaubten stehen. So kann auch jeder nach seinen eigenen Möglichkeiten nützlich sein, seine Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen, der Gesellschaft wahrnehmen. So z.B. die Eltern den Kindern gegenüber, wenn sie ihnen eine gute Erziehung geben, der Lehrer, wenn er seine Schüler zu Wissen und Bildung anleitet, ein Mensch, der seinen Aufgaben in der Gesellschaft nach Kräften nachzukommen versucht. Das kann ein Mensch sein, der sich ehrenamtlich in einer Gemeinschaft engagiert oder auch nur die Einkäufe eines pflegebedürftigen Menschen erledigt, bis hin zu hohen gesellschaftlichen Verantwortungsträgern.

Außerdem beschreiben diese Worte Muhammads (saw) nicht nur den besten Menschen, sondern können als Aufforderung verstanden werden. Der Muslim soll seine bestehenden Aufgaben nicht nur gewissensvoll erledigen, er soll auch nach Wegen suchen, noch mehr Nützliches zu tun. Je mehr Menschen diesem Anspruch gerecht werden, desto größer wird der positive Beitrag zur Gesellschaft sein.

4. Dschihad

„Der wahre Mudschahid ist derjenige, der gegen seine Triebe kämpft.“ (Tirmizî)

Der arabische Begriff „Dschihad“ wird von der Wurzel „dschahada“ hergeleitet. Es bedeutet „sich bemühen“, „anstrengen“ bis hin zu „überanstrengen“. In manchen Zusammenhängen bedeutet es auch „Selbstüberwindung“, „Mühsal“ und „Kampf“. Derjenige, der sich in einer Sache besonders bemüht, ist ein Mudschahid.

Das Gebieten des Guten und Verbieten des Schlechten ist einer der Grundsätze, an die der Prophet Muhammad (saw) seine Gefährten immer wieder erinnerte. In erster Linie gilt dies für das Individuum selbst. Charakterreinigung und Selbstkontrolle sind zwei wichtige Fähigkeiten, die der Muslim sich aneignen und bis zu seinem Lebensende ausüben sollte. Denn nicht selten erliegt der Mensch seinen Gefühlen und Begierden, was er nach deren Befriedigung meistens bereut. Sei es etwa zu viel Schlaf und Essen, denen oft Unbehagen in Form von Zeitverlust, Schlappheit, Völlegefühl und ein schlechtes Gewissen in Gedanken an Armut leidende Menschen folgt. Genauso bereut man einen Wutausbruch und damit verbundene verletzende Worte oder die Ungeduld in Situationen, in denen Ruhe erforderlich wäre. Die Gesellschaft quälen viele Missstände, wie Kriminalität, Armut, zerrüttete Ehen u.a. durch Ehebruch. All diese Missstände hängen mit fehlender Selbstbeherrschung zusammen.

Solchen und ähnlichen Schwächen, die sowohl dem Individuum selbst als auch der Gesellschaft schaden, soll mit dem der Bezeichnung des Propheten zufolge „Großen Dschihad“ vorgebeugt werden. Er bezeichnet die Bemühung kein Sklave seiner Begierden zu werden, denn wer sich ihnen hingibt, ist nicht frei. Je größer die Anstrengung ist, sich selbst und seine Triebseele zu erziehen, desto größer ist auch der Erfolg und ebenso die Belohnung bei Allah.

5. Takwâ
„Fürchte Gott, wo immer du bist, und lasse der schlechten Tat die gute Tat folgen, um sie auszulöschen, und behandle die Menschen mit gutem Charakter.” (Tirmizî)


Ein Mensch, der Ehrfurcht vor Gott empfindet, wo immer er ist und was immer er tut, wird Schlechtes auch nicht im Geheimen tun. Er wird nicht darauf vertrauen, dass gerade niemand da ist, der ihn sehen oder hören könnte. Denn er wird sich darüber im Klaren sein, dass Gott über jede seiner Handlungen und Wendungen seines Herzens
kundig ist.

Wichtig ist bei dem Begriff „Takwâ”, dass es sich nicht nur auf die Ehrfurcht vor Gott bezieht. Es geht nicht darum, ihn zu fürchten und deshalb ein gutes Benehmen an den Tag zu legen. Takwâ beinhaltet in seiner tieferen Wortbedeutung die Angst, die Liebe Gottes zu verlieren. Es liegt auf der Hand, dass Menschen, die einander zugeneigt sind, sich Mühe geben, sich respektvoll gegenüberzutreten und alles versuchen ihre Beziehung zueinander zu pflegen.

Ähnlich verhält es sich mit der Liebe zu Gott, jedoch in einem viel höheren Maßstab. Der Muslim bemüht sich von schlechtem Verhalten fernzuhalten, um seine Takwâ zu stärken und somit Gott näher zu sein. Dies wird auch dadurch gewährleistet, indem man sich bemüht, auf jede schlechte Tat eine gute Tat folgen zu lassen. Denn: Jeder Mensch begeht von Zeit zu Zeit Fehler. Dies liegt in seiner Natur. Die schönste Art der Entschuldigung und zugleich ein Zeichen der Einsicht ist eine tugendhafte Handlung, die mit der Hoffnung auf Erbarmen unternommen wird.

6. Umwelt
„Ein Muslim, der einen Samen sät und von dessen Früchten jemand isst oder ohne Erlaubnis nimmt oder auf irgendeine Weise Nutzen zieht, wird bis zum Tag der Auferstehung davon profitieren.“ (Tirmizî)


Der Gesandte Gottes hat erklärt und vorgelebt, wie mit der Natur umzugehen ist. In einem Hadith sagte er, dass einem Mann seine Sünden vergeben wurden, weil er einem Hund Wasser aus einem Brunnen gegeben hat. Eine Frau hingegen, die eine Katze nicht fütterte, so dass sie starb, kam in die Hölle (Dschahannam). Er verbot auch, Tiere zu töten, wenn sie nicht verzehrt werden oder keine Gefahr darstellen.

Dahinter steckt der Gedanke, dass ein unnötiger Eingriff des Menschen das Gott gegebene Gleichgewicht stören würde. In diesem Bewusstsein sah es Muhammad (saw) auch nicht gerne, wenn Pflanzen zerstört wurden. Er sagte: „Fügt keiner lebenden Pflanze Schaden zu, denn ihr seid Gottes Sachwalter.“ (Mischkâtul Masâbih, II, 387)

 
Der Prophet war es auch, der nach der Auswanderung von Mekka nach Medina den natürlichen Reichtum der Region erkannte und beschloss, dass Teile davon bewahrt werden sollten. Daraufhin bestimmte er – in Anlehnung an eine arabische Tradition – sie als „Himâ“, also als eine Art Naturschutzzone zu erhalten. Innerhalb eines bestimmten Gebiets war es somit verboten, Pflanzen zu zerstören oder Tiere zu jagen.


Aus der Sunna des Propheten folgt somit, dass die Natur ein Zeichen und eine Gabe Gottes ist, dessen bestehendes Gleichgewicht es zu wahren gilt. Menschen, Tiere und Pflanzen sind als Geschöpfe Teil dieser Schöpfung und haben ihren jeweiligen Platz. Nun gilt es, die Ethik des Korans zu verinnerlichen und sich am Vorbild des Propheten orientierend der Aufgabe zu stellen.

7. Arbeit – Auf dem Weg zu Gott

„Jeder einzelne Schritt desjenigen, der zur Arbeit geht, um sich und seine Angehörigen von niemandem abhängig zu machen, wird als Gottesdienst gezählt.“ (Tabarânî)


„Amal“ bedeutet Beschäftigung, Aktivität und Tätigkeit. Das praktische Tun des Menschen als Mittel zur Absicherung seines Lebensunterhaltes, ist gottgewollt. Denn Lohn will erarbeitet sein, sowohl im Diesseits als auch für das Jenseits.
Der Islam verlangt von dem Menschen, dass er sich sowohl für das Jenseits als auch für das Diesseits einsetzt. Die Kunst liegt darin, das Gleichgewicht dieser beiden Sphären herzustellen und beizubehalten. Das Diesseits ist vergänglich und gilt als Vorbereitung für das Jenseits. Dennoch hat Gott den Menschen nicht dazu aufgefordert, sich des Diesseits ganz zu entledigen und sich allein dem Jenseits zu widmen. Das wäre ganz und gar nicht im Sinne dieser prophetischen Worte. Der Mensch wird allerdings angehalten, sich nicht übermäßig diesem vergänglichen Leben hinzugeben, sich stattdessen über das eigentliche Ziel und den Zweck des Lebens bewusst zu werden und somit das ewige Leben im Jenseits immer im Auge zu behalten. Das jemand freiwillig untätig bleibt, egal ob für das Dies- oder Jenseits, ist mit dem Islam nicht in Einklang zu bringen. So ist jeder, der in der Lage ist, dazu verpflichtet, sich seinen eigenen Lebensunterhalt und auch den seiner Familie zu sichern.

Das Vermögen zu arbeiten und sich für eine Sache einzusetzen, ist dem Menschen eine von Gott anvertraute Gabe, mit dem der Mensch verantwortungsvoll umzugehen hat. Dies ist auch die Aussage in folgender Überlieferung: „Eines Tages traf der Prophet Sâd bin Muaz (ra) und sie schüttelten sich die Hände. Da sah der Prophet, dass Sâds Hände voller Wölbungen waren und fragte ihn nach dem Grund dafür. Sâd antwortete ihm: ‚Sie sehen so aus, weil ich für meine Familie arbeite.‘ Daraufhin erklärte der Prophet: „Hier sind die Hände, die Gott gefallen.“ (Sarahsî)

8. Familie

„Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt, und ich bin ein Vorbild in der Behandlung meiner Familie.“ (Tirmizî)

Wie in allen Bereichen des Lebens hat der Prophet des Islams auch im Bereich des Familienlebens eine Vorbildfunktion für alle Muslime. Der respektvolle, wertschätzende und empathische Umgang zwischen Ehepartnern ist unerlässlich für eine gesunde Beziehung. Nicht nur, dass das Ehepaar innerhalb einer Familie von den negativen Auswirkungen betroffen sein wird, auch die Kinder, die tagtäglich den Umgang miteinander miterleben, werden für ihr Leben geprägt.

Der Prophet Muhammad (saw) beschreibt den „besten“ Menschen als denjenigen, der seine Frau bzw. diejenige, die ihren Mann oder aber auch die ganze Familie am „besten“ behandelt. Die Stellung der Frau wird mit diesem und vielen anderen Hadithen besonders hervorgehoben und gewissermaßen unter den „Schutz“ des Gesandten Gottes gestellt.

Der Hadith ermahnt zum Guten. Implizit warnt er aber vor allen Dingen den Lebensbegleiter, den Vater bzw. die Mutter der Kinder nicht schlecht und unangemessen zu behandeln. Denn genauso wie vor 1400 Jahren, als die Offenbarung des Korans begann, gibt es auch heute Menschen, die anscheinend ohne einen Funken Gottesfurcht ihren Ehepartner schlecht behandeln.

9. Respekt vor dem Alter

„Wenn ein junger Mensch einem alten Menschen aufgrund seines Alters Respekt erweist, schickt ihm Allah Menschen, die ihm im Alter Respekt erweisen.“ (Tirmizî)

Von Jahr zu Jahr werden immer mehr alte Menschen in Altenheimen untergebracht. Leider fühlen sich immer weniger Familien verantwortlich für die Alten unter ihnen oder können sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um sie kümmern. So werden alte Menschen oft als Belastung angesehen. Dabei sind gerade diese Menschen diejenigen, die das Hier und Jetzt für uns geformt und die kommende Generation miterzogen haben. Sie versorgten uns als wir klein und schwach waren. Ihr Wirken ist es wert, im Alter respektiert und versorgt zu werden.

Im Koran heißt es bezüglich der Behandlung der altgewordenen Eltern: „Dein Herr hat bestimmt, dass ihr ihn alleine anbeten sollt und das ihr gegen eure Eltern gütig seid, auch wenn der eine von ihnen oder beide bei dir ins hohe Alter kommen. Sag daher nicht „Pfui!“ zu ihnen und schelte sie nicht, sondern rede mit ihnen auf ehrerbietige Weise.“ (Sure Isrâ, [17:23]) Der Respekt gegenüber Älteren gilt jedoch nicht nur den eigenen Eltern, sondern auch allen anderen Menschen, die fortgeschrittenen Alters sind.

Jeder Mensch unterliegt einer körperlichen und psychischen Entwicklung. Der Mensch durchlebt Kindheit, Jugend, Reife und Alter– sofern ihn nicht der Tod einholt. Daher sollte jedes Individuum sich Gedanken darüber machen, wie er in diesen Phasen seines Lebens gern behandelt werden würde und sich dementsprechend um die Älteren in seiner Familie und in der Gesellschaft kümmern.

10. Krankenbesuche

„Besucht die Kranken.“ (Buchârî)

Krankheiten gehören zum Leben dazu. Früher oder später wird jeder einmal krank. Und spätestens dann wenn wir selbst erkranken, werden wir es sehr zu schätzen wissen, wenn wir von unseren Freunden und Bekannten besucht werden. Gerade in solchen Situationen, in denen wir uns oft allein und verzweifelt fühlen, ist die Unterstützung von unseren Freunden oftmals eine große Stütze. Einfach nur anwesend zu sein, Mut und Geduld zuzusprechen und auf bessere Zeiten hinzuweisen, stärkt oft schon die Betroffenen und gibt ihnen das Gefühl der Gemeinschaft und Geborgenheit.

 
Für Muslime ist der Krankenbesuch ein moralisches Prinzip. Deswegen trifft man bei muslimischen Patienten oftmals auf wesentlich mehr Besucher. Hört man, dass jemand aus der Gemeinschaft er krankt ist, tut man sich oft zusammen, um die Person und ihre Familie zu besuchen, selbst wenn man sie nicht gut kennt. Inzwischen werden auch Krankenbesuchsdienste organisiert. Hier spielen die Moscheen und insbesondere die Imame eine führende Rolle. Muslime sollten bei ihren Besuchen darauf achten, nicht mit zu vielen Personen den Erkrankten zu besuchen, um nicht den Erkrankten und auch andere Patienten zu sehr zu belasten.


Der Islam fördert und fordert die Solidarität innerhalb der Gesellschaft. Daher weist auch der Prophet, Muhammad (saw) in zahlreichen Hadithen auf die Wichtigkeit des Krankenbesuchs hin.

Schluss
Mehr als eine Milliarde Menschen überall auf der Welt nehmen sich den Propheten Muhammad (saw) zum Vorbild. Seine Sunna ist nach dem Koran die wichtigste Quelle des Islams. So ist sie auch für das alltägliche Leben des Muslims von herausragender Bedeutung.

Aufgrund der bedeutenden Rolle des Gesandten Allahs im Leben der Muslime wurde in dieser Broschüre der Versuch unternommen, darzulegen, wie Muslime den Propheten Muhammad (saw) sehen und in welcher Weise sie die Sunna des Gesandten Allahs in ihrem Leben umsetzen.

In diesem Sinne sollte der Tag der offenen Moschee als Gelegenheit wahrgenommen werden, sich ein Bild von Muhammad (saw) zu machen und zugleich die Muslime besser kennenzulernen, welche sich ebendiesen Propheten zum Vorbild nehmen.



1 = Im KRM haben sich im März 2007 die islamischen Religionsgemeinschaften Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), Zentralrat der Muslime (ZMD) und       Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) zu einer Dachorganisation zusammengeschlossen. Mehr Informationen finden Sie unter www.koordinationsrat.de.
2 = Nähere Informationen hierzu finden Sie unter www.tagderoffenenmoschee.de und auf den Internetpräsenzen der jeweiligen islamischen Religionsgemeinschaften.
3 = Abkürzung für „sallallâhu alayhi wa sallam“ („Der Friede Allahs sei auf ihm“); Bei der Nennung des Gesandten Gottes Muhammad (saw) sprechen die Muslime diesen oder einen ähnlichen Segenswusch aus.

4 = Abkürzung für „alayhis salâm“ („Der Friede Allahs sei auf ihm“); Bei der Nennung des Namens eines Propheten sprechen die Muslime diesen oder einen ähnlichen Segenswunsch aus.
5 = Abkürzung für „radiyallâhu anh/anhâ“ („Gott sei ihm/ihr gnädig“); Bei der Nennung des Namens eines Gefährten Muhammads (saw) sprechen die Muslime diesen oder einen ähnlichen Segenswunsch aus.


Anfahrt

DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bischofsheim e.V.
Bahnhofstr. 6
65474 Bischofsheim

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